Lilli

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Mittwoch, 2. November 2016

Wie finde ich zeitnah und leicht heraus, ob ich hochbegabt bin?




Lilli Cremer-Altgeld


Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung 

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“
Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:
 Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.
 Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.
 Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.
Aber was ist überhaupt HOCHBEGABUNG?
Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015
Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?
Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“
(Hier gibt es ein Interview mit Sylvia Zinser: „USA - Hochbegabt ist nicht genug“ http://hochbegabungswelt.blogspot.de/2010/05/usa-hochbegabt-ist-nicht-genug.html )

 Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“
Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.
Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.
Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.
Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“
Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.
Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?
Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen  und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.
Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.
Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:
O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind  Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.
O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp: MOTIVIEREN!
So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:
O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.
O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.
Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015
Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.
Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „INTELLIGENZ UND HOCHBEGABUNG“ wie folgt:
„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:
O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)
O Sozial-emotionale Fähigkeiten
O Musisch-künstlerische Fähigkeiten
O Musikalische Fähigkeiten
O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)
O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)
O Praktische Intelligenz“
Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.
Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt.  Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“
Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?
Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der  ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …
Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).
Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den GENERALISTEN ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.
Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist  empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.
So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt.  Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“,  „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015
Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."
Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.
 Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“
Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.
O Den  ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefundenhttp://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.
O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015
O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015
O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015
O Und hier ist die englische Variante von MENSA International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1Stand: 20.09.2015
 Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“
Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.
Meine Empfehlungen:
O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis HOCHBEGABUNG/POTENTIALE der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.
Ich drücke schon mal die Daumen!
Für das CAMPUS-RADIO Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.
Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.
Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.
Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss:  Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.



© Lilli Cremer-Altgeld, 2015

Mobil 0049 1575 5167 001 





Donnerstag, 27. Oktober 2016

Von der Unfähigkeit, die GLÄSERNE DECKE zu erkennen und von dem Versuch, dies erklären zu können


Lilli Cremer-Altgeld

Plötzlich war sie da. Alle sprachen von ihr. Vor allem Frauen. Alle konnten sie sehen und beschreiben. Nur für mich war sie unsichtbar. Ich fühlte mich hilflos. Dabei hatte ich mir so grosse Mühe gegeben.

Die GLÄSERNE DECKE!

Ich war Coach geworden. Und coachte Männer. Manager. Das war nicht neu für mich. Zuvor leitete ich ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung, das ich selbst gegründet hatte. Meine Gesprächspartner kamen aus der oberen Führungsriege in Politik und Wirtschaft. Meine Auftraggeber und Gesprächspartner waren Männer. Frauen habe ich erst kennengelernt als ich Mitglied der Wirtschaftsjunioren wurde. Es waren nur wenige. Von ihnen lernte ich neue Denk- und Handlungsweisen. In die gläserne Decke wurde ich noch nicht eingeweiht.

Das kam später. Als ich Coach wurde und anfing, Frauen nicht verstehen zu können. Dabei hatte ich mich gerade mit den Themen der Frauenbewegung  – wissenschaftlich – und gewissenhaft auseingesetzt. Ich spürte, dass es da ein Defizit bei mir gab. Eine der Führungsfrauen nahm mich zur Seite und erklärte mir den Unterschied: Männer sind lösungsorientiert. Frauen sind prozessorientiert.

Schlagartig wurde mir klar: Ich muss ein Mann sein. Trotz Lippenstift und high heels. Wie soll ich das meinem Freund erklären?

Es ist sogar noch schlimmer gewesen: Ich fand lösungsorientiert richtig. Ich konnte mit prozessorientiert wenig anfangen. In der Forschung hatte ich die Aufgabe, Lösungen zu finden. Ich muss gestehen: Es machte mir Spass, Lösungen zu finden. Schnell zu finden. Nicht überstürzt. Aber schnell. Vor die Wahl gestellt, ob ich lieber mit Rollschuhen fahre, mit dem Fahrrad, mit einem Motorrad oder einem Vierräder – welchem? – hätte ich mich immer für einen Vierräder entschieden. Gerne den aus Zuffenhausen. Genau genommen: beruflich das Auto – privat das Fahrrad und die Rollschuhe.

Ich komme aus einem Geschäftshaushalt. Gewiss, wir haben unsere Familienkultur. Aber das Geschäft – die Geschäfte – standen immer an erster Stelle. Probleme waren da. Probleme mussten gelöst werden. Wenn sie schnell gelöst werden – ist mehr Zeit da für das Private. Für all die privaten Prozesse, die auf uns warteten. Effizientes Denken. Was war falsch daran?

Es ist auch nicht so, dass mir Prozesse fremd sind. Ich habe sie nur anders erlebt.

Es fing mit meinem Grossvater an.  Als er starb – ich war 10 Jahre – habe ich so gelitten, dass ich krank wurde und für ein Jahr die Schule verlassen musste. Ich lebte bei Freunden auf dem Land. Frei und in Prozessen. Ich durfte nicht zur Schule gehen, weil ich so in meiner Trauer gefangen war, dass ich mich nicht mehr konzentrieren konnte. Ich wusste nicht genau, was mit mir geschah und überlies mich meinem Forschergeist: Ich entdeckte die Natur dort am Rand eines Waldes mit einem kleinen Fluss und den kleinen Weihern vor der Haustür. Ich war im Grunde genommen allein. Die wenigen Kinder im Dorf (Jungen), waren in der Schule. Wenn wir miteinander Fussball spielten, stand ich im Tor.

Zumeist war ich allein. Aber nicht einsam. Ich brachte mir selbst das Schwimmen bei, durchstreifte die Wälder und entdeckte Wildschweine, die so gar nicht wild waren. Ich beobachtete wie Kaulquappen sich zu Fröschen entwickelten. Und ich lernte, dass Frösche keine Haustiere sind. Ich hatte Freiheit – und ich ging weiter auf Entdeckungsreisen, beobachtete die Ringelnatter und Blindschleichen. Ich brachte mir bei, Forellen mit der Hand aus dem kleinen Fluss zu fangen. Dann ging ich in die Küche, reinigte den Fisch, entnahm die Innereien und briet ihn in Butter. Köstlich.

Irgendwann hatte ich genug gesehen und erlebt und erklärte mich selbst für gesund. So ging ich wieder in die Schule.

Ich erlebte, dass ich anders war. Und erklärte das mit der tiefen Trauer. Und dem Jahr auf dem Land mit den Wildschweinen, Fröschen und Forellen.

Aber vielleicht fing ja alles noch viel früher an. Damals, als ich 8 Jahre war, einen Puppenwagen mit Puppe geschenkt bekam. Ich wollte schon immer gründlich den Sinn erkennen. Oder den Sinn hinter den Dingen. Und so gab ich mir sehr viel Mühe, herauszufinden, warum kleine Mädchen mit Puppen und Puppenwagen spielen. Zuerst fragte ich meine Eltern und Grosseltern. Dann die anderen kleinen Mädchen. Dann noch die Menschen, die ich für besonders klug hielt. Eine Lehrerin war auch dabei. Ihre Argumente konnten mich nicht überzeugen. Und so überlegte ich: Wer findet Puppenwagen spannend und möchte mit mir tauschen? Nicht einmal mein kleiner Bruder fand den Puppenwagen anregend. Aber ich machte mit ihm einen Deal: Ich helfe dir bei den Hausaufgaben – dafür darf ich dann mit deinem Fussball spielen und auch mit deinem Fahrrad fahren. Ich fragte mich, warum Eltern den Jungs so kluge Geschenke machen – und den Mädels so was Ödes wie Puppen geben. Obwohl: Einige meiner Freundinnen fanden Puppen total süss. Schliesslich hatte der Puppenwagen doch noch etwas Gutes: Ich schenkte ihn dem Kinderheim. Die Mädels freuten sich. Ich mich mit ihnen.

Ich lernte, was andere Mädchen mögen – muss mir nicht gefallen. Und ich lernte,  was andere Mädchen und ich mögen,  darf ich nicht haben: Mickey Mouse. Ich liebte diese Hefte. Durfte sie aber nicht lesen. Auch hier habe ich den Sinn meiner Eltern nicht erkennen können – und so suchte ich nach Alternativen. Es gab zwei sehr dicke Bücher, die nun für mich richtige spannend wurden – zuerst – mit 8 Jahren: das Jugendschutzgesetz. Damit konnte ich etwas anfangen. Meinen Eltern erzählte ich lieber nichts davon – aber sie hätten es erlaubt, wie mir später klar wurde. Und so reifte in mir der Gedanke, Juristin zu werden. Dass man auch Politologin werden kann, lernte ich erst später und entschied mich dann dafür. Das zweite dicke Buch (11 Jahre) enthielt bekannte Schriften und Interpretationen der Weltliteratur: Goethe, Schiller, Tolstoi, Cervantes, Dante … Auch deshalb machte ich später die zwei Jahre Volontariat zur Film- und Fernseh-Journalistin, an der Bonner Uni sowie im CampusRadio eine Ausbildung zur Radio-Moderatorin und studierte Medienwissenschaft.

Meine Freundinnen fanden beide Bücher nicht so lustig und fingen an, mich bizarr zu finden. Erst Jahre später erkannte ich den Grund meiner Verhaltensweisen: Unser Schulpsychologe machte mit mir einen Test – und erzählte mir etwas von einem hohen IQ. Er hielt mich an, mit niemandem darüber zu reden, denn die anderen Menschen mögen nicht immer einen „hohen IQ“. Ich war enttäuscht, weil ich etwas hatte, was die anderen nicht mögen. Ich dachte und fühlte: Wenn ich schon nicht darüber reden darf, muss es etwas Schlimmes sein. Über Gutes darf man immer reden – über Schlimmes muss man schweigen. Also hatte ich etwas „Schlimmes“ – so etwas wie eine Krankheit. Ich habe es geheim gehalten und erst vor ein paar Jahren meiner Familie erzählt. Die auch eher sonderbar darauf reagierte. Nur mein Mathelehrer hat sich damals echt gefreut.


Wir halten fest: Ich mag Fahrräder lieber als Puppen, finde Wildschweine anregend (Wettläufe im Wald) lese juristische Fachliteratur statt Mickey Mouse – sind das die Ursachen warum ich keine gläserne Decke sehen kann?

© Lilli Cremer-Altgeld, 2016



Mittwoch, 26. Oktober 2016

Was wir von hochbegabten Vorbildern lernen können. Oder: Wie ein alter König uns heute noch motivieren kann


Lilli Cremer-Altgeld


Die Prüfung bestanden, ging ich als Seminarleiterin frisch ans Werk. Monate zuvor war ich Mitglied in einem Team, das für eine deutsche Universität „die Elite*)“ Deutschlands interviewte. Hier erfuhr ich, wie und warum Menschen erreichen, was sie sich vorgenommen hatten. Diese Informationen band ich nun in meine Seminare ein.

Ich hatte eine gewisse Vor-Freude. Denn ich dachte: 
Die Seminarteilnehmer*innen  werden erfreut sein, wenn sie aus erster Hand erfahren, wie das so geht mit dem Erfolg. An welchen Rädchen man drehen muss – was man besser lassen sollte – und worauf es ankommt, dass der Mensch schafft, was er sich wünscht.

Ich dachte: Die Menschen machen sich nun bald ans Werk und loten aus, wie für sie selbst so ein Erfolgsweg aussehen könnte. Und fangen auch an, eine Vor-Freude zu empfinden.

Da war ich wohl sehr naiv.
Denn wie war die Resonanz?
Wenig bis kaum Interesse an dem eigenen Erfolg.
Wie konnte das sein?

Vielleicht liegt es ja an mir,  dachte ich.

Ich muss diese „Erfolgsgeheimnisse“ einfach besser rüberbringen!
Dabei kam mir der Auftrag eines amerikanischen Konzerns sehr gelegen: Ich hatte die Aufgabe, eine Mitarbeiterbefragung zum Thema „Erfolg“ durchzuführen.

Nach dieser Studie wusste ich genau: Die Menschen hatten Angst vor dem, was wir Erfolg nennen.

Angst vor dem Erfolg, den doch alle (?) so heiss ersehnen?
Angst vor dem eigenen Erfolg? D.h. Angst vor der Erfüllung der eigenen Wünsche?

Gewiss, es gab da diese Alphatiere, die sich vorstellen konnten in einer gewissen Metapher glücklich zu werden. Es war dieses Bild: „Mein Ziel ist es, am Tegernsee eine Villa zu haben, den Blick von meiner Terrasse über das Tal schweifen zu lassen und mich an meinem Ferrari (wahlweise in Schwarz oder Feuerrot) zu erfreuen. Ich bin dann Coach und schreibe Bücher.“

Warum Coach?

Ich bin nun selbst Coach seit mehr als 20 Jahren. Ein schöner Beruf. Jedoch keiner, der unter das Vergnügungssteuergesetz fällt. 
Nein. Keiner von ihnen wurde Coach. Keine Villa, kein Tegernsee, kein Ferrari. Und das waren schon die Erfolgreichsten, die ich befragt habe. 
Die anderen Mitglieder der Studie gaben unumwunden zu: ICH HABE ANGST!
Angst, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Angst, den Weg nicht zu erkennen. Angst, den sozialen Kreis zu verlieren. Angst vor Neid und Missgunst der anderen. Angst vor sich selbst.

Angst kann man überwinden. Aber auch davor hatten die Menschen Angst.
Ich bekam eine zweite Chance, an einer Elitestudie  zu arbeiten. Diesmal hatte ich sogar die Möglichkeit, alle Interviews zu lesen. Mir fiel auf, dass es noch etwas anderes ist, was „die Elite“ der Presse erzählt – und was die Wissenschaftler*innen erfahren durften.  Ich erfuhr, dass es auch bei diesen Menschen Angst gab. Aber, dass es Netze gab. Netze aus echten Freundschaften, die sie lange und kunstvoll geknüpft hatten. Und die sie immer wieder auffingen, wenn denn mal der grosse Sturm aufkam.

Diese Menschen wurden nicht weniger gebeutelt vom Leben als alle anderen Menschen auch. Aber sie hatten das Netz, das sie auffing. Sie hatten viel Zeit, Liebe und Wertschätzung in dieses Netz investiert. Nicht berechnend, nicht strategisch – obwohl vielleicht auch – aber vor allem, weil es dieser Elite ein echtes Anliegen war, das Gute im Menschen zu sehen und zu kultivieren, bauten sie immer wieder diese Netze.

Da es ihnen gelang, ein Klima des Wohlwollens und des Willkommens aufzubauen und zu halten, waren diese Netze mit ihrer Kultur des Förderns und Forderns sehr gefragt. Obwohl es kein geheimer Klub war und es keine Statuten zu geben schien, wollte man einfach dabei sein, sobald man davon hörte. Im Grunde genommen war es einfach: es war eine Wertegemeinschaft, in der Solidarität, Respekt, Achtung, Miteinander & Füreinander gelebt wurde.
Das Gefühl der Achtung und des Wohlwollens wirkte ansteckend, auch das Engagement in dem anderen Menschen das Gute zu sehen und Begabungen lobend zu erwähnen. Wenn diese Menschen kritisierten, taten sie es zwar angemessen aber immer noch mit Charme, ohne verletzend zu sein. Sich auf Kosten anderer Menschen grösser zu machen, käme ihnen wohl kaum in den Sinn. 

Zumeist schienen sie guten Mutes und optimistisch in die Welt zu blicken und sich über Vor-Bilder die Kraft für die Bewältigung ihrer Herausforderungen zu holen. Vor-Bilder waren dabei der Vater, die Mutter oder andere Familienmitglieder. Aber auch Philosophen, Dichter, Musiker, Erfinder oder Entdecker, besonders oft: Politiker. Selten waren es Frauen. Die herausragenden Frauen, die als Vorbilder gewählt wurden, waren die russische Zarin sowie Elizabeth I., Königin von England.

Der Präsident eines grossen Verbandes erklärte mir, dass er sich am Ende eines jeden Tages vor das Gemälde seines Vorbildes stellt und ihn fragt, ob er mit ihm zufrieden sei. Manchmal sind die stummen Gespräche nur wenige Augenblicke. Manchmal setzt er sich noch auf einen Stuhl in der Nähe und spürt dem nach, was er glaubt, gehört oder gefühlt zu haben. Stolz zeigt er mir sein Vorbild: Es ist Friedrich II., also Friedrich der Große, auch der Alte Fritz genannt.

Ein Politiker ist in seinem Arbeitszimmer umgeben von zig Fotos, die ihn mit Persönlichkeiten zeigen, die ein Stück des Weges mit ihm gegangen sind, Weggefährten. In Augenblicken des Zweifels, der Unsicherheit oder auch einer momentanen Schwäche, schaut er in die Runde und überlegt, was der eine oder andere Mensch da auf den Fotos wohl an seiner Stelle tun würde. Dieser Politiker meint, sich nach diesen Augenblicken des Innehaltens und der Gedankengespräche stärker zu fühlen und sicherer zu sein.

Der bekannteste Politiker mit dem ich gesprochen habe, hat ganz andere Vorbilder: Es sind seine Nachbarn. Alle seine Nachbarn. Er sagt: Wenn ich mal aus der Politik ausscheide, dann möchte ich, dass mich jeder meiner Nachbarn noch immer fröhlich grüssen mag. Und so reflektiert er immer wieder seine Arbeit und fragt sich, ob er wohl noch das Wohlwollen seiner Nachbarn hat.
Diese Menschen an der Spitze der Gesellschaft erwähnen oft einen Gedanken, einen Spruch von Goethe. Auch, dass sie von dem Gedankengut Goethes beeinflusst sind. Und gerade dieser Spruch auch ihr Leben durchwirkt: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“.

Kann man das auf die einfache Formel bringen: Wer gut (zu sich) und den anderen Menschen ist – wird vom Leben belohnt?  Bei den „Eliten“, die hier befragt wurden, zeigte sich hier ein Trend ab.

Jedoch gab es neben  „Netzen“ (ECHTE FREUNDE!), Vorbildern und Wertschätzung  weitere Ursachen.

Vor allem hatte es etwas damit zu tun, wie man sich selbst sah und sich auch selbst entwickelte. Das jeder (!) Mensch besondere Begabungen hat, ist allen klar. Das diese gefunden werden müssen – auch.

Es gab da diese Gedanken, die ebenfalls Goethe zugeschrieben werden: „Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. Was wir können und möchten, stellt sich unserer Einbildungskraft außer uns und in der Zukunft dar; wir fühlen eine Sehnsucht nach dem, was wir schon im Stillen besitzen. So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausgreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches.“

Dass es nicht nur darum geht, die Zukunft „zu erträumen“, sondern dass diese Zukunft mit Arbeit, Disziplin und Konzentration verbunden ist, ist allen Beteiligten bewusst. Und das haben alle Beteiligte auch bedingungslos für sich selbst akzeptiert.

Noch etwas fiel mir auf. Diese Menschen hatten alle – mehr oder weniger – eine Affinität zu Mark Aurel. Oder zu einem der anderen Philosophen der Stoa. Nicht umsonst gilt die Stoa als der Wegweiser der Elite im angelsächsischen Raum.  Nicht umsonst  heisst es, gerade diese Philosophie führt zum Glück. Gedanken von Mark Aurel wie "Glücklich sein heißt einen guten Charakter haben“ (Selbstbetrachtungen VII) lassen dies erahnen.

Wenn Menschen nicht erfolgreich sind, hat es oft damit zu tun, dass sie Ängste haben. Angst vor einer ungewissen Zukunft.  Angst vor anderen Menschen. Angst vor sich selbst. Und, dass sie den Eindruck haben, von diesen Ängsten dominiert zu werden und dass sich daran nie etwas ändern kann.
Ängste haben alle Menschen. Die einen sind gefangen in dieser Angst – die anderen suchen und finden den Ausweg, die Überwindung der Angst.      
Es geht deshalb darum, sich dieser Angst zu stellen.

Was vielen Menschen weniger bekannt ist: Ängste kann man inzwischen auch ohne Therapie und Coaching überwinden. Wer seine Konzentration auf eine angstfreie Zukunft einstellt, wird seine Augen und Ohren weit offen haben – und so erkennen, was gerade für ihn hilfreich ist. Es gehört Mut dazu, zu sagen: Ich habe Angst, aber ich werde kämpfen und diese Angst überwinden. Denn: Das bin ich mir wert. Und das werde ich mir jetzt versprechen!

Wer sich von der Angst befreien kann – wird frei sein, sein Ziel und seinen Weg zu erkennen. Es geht vielleicht nicht von heute auf morgen. Aber es geht.
Ich habe immer wieder erlebt, dass Menschen die sich selbst schon aufgegeben haben, zu ihrem wahren Leben fanden. Menschen, die sehr krank waren. Menschen, die aus einem traurigen Elternhaus kamen. Menschen, die nicht gefördert, sondern missbraucht wurden. Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren und aufgewachsen sind.

Ich habe erlebt, dass jeder die Sonnenseite des Lebens finden kann. Ich habe erlebt, dass eine geh-behinderte Frau von ihren beiden Ärzten schon aufgegeben wurde – ich habe mit beiden Ärzten persönlich gesprochen – einer sagte mir: Vielleicht wird sie nicht mal mehr diese Nacht überleben – zwei Tage später sass sie im Flieger und fuhr in den Urlaub. Und Wochen später konnte sie mit einem Stock wieder gehen. Später sogar ohne diesen Stock. 

Als ich hörte, dass eine Ärztin im Krankenhaus meinen Vater „aufgegeben hatte“: „Ihr Vater kann jeden Moment sterben“, begann ich zu kämpfen. Er überlebte – und lebte mit Hilfe einer Heilpraktikerin noch sieben Jahre gut, froh und munter. Es ist wichtig, Ohren, Augen und das Herz offen zu halten und die Kraft zu entwickeln, an Visionen und Ziele zu glauben – ganz gleich, was andere dazu sagen.

Ich bin sicher, dass jeder Mensch Wert ist, diese Sonne, diese Kraft in sich  zu finden. Es fängt so an: Wer sich selbst wertschätzt – wird auch von anderen wertgeschätzt. Wer sich selbst mag – den mögen auch die anderen Menschen. Folge Deiner Intuition – ist der nächste Schritt.

Es ist gut, Geduld im Gepäck zu haben, Fleiss und Disziplin können hilfreich sein. Vor allem: Mit Liebe das richtige Ziel aussuchen und auf das Herz und den Bauch hören. Auch mal innehalten. Vielleicht einen Schritt zurücktreten und zur Ruhe kommen. Ziel und Weg noch einmal unter die Lupe nehmen und spüren: Was motiviert mich? Bei welcher Vision beginnt mein Herz zu glühen an und meine Ohren werden feuerrot? Dann loslassen und es geschehen lassen. Geschehen lassen, dass der Weg unverkrampft sichtbar und leicht wird. Und dann geht es oft fast wie von selbst.

Ich drücke die Daumen!

© Lilli Cremer-Altgeld, 2016
      

*) Menschen, die aufgrund ihrer Leistungen in unserer Gesellschaft als vorbildlich gelten:  Von der Universität ausgesuchte Menschen aus den Bereichen der Wissenschaften, Forschungen, Technologien, Kunst, Politik, Wirtschaft, Medien, des Sports. Warum sehe ich diese  Menschen als hochbegabt an? Selbstredend haben sie mir nicht als erstes ihren Ausweis des Hochbegabten-Clubs MENSA auf den Tisch gelegt. Aber alle erzählten mir ihre Vita. Und so konnte ich erkennen, wo grössere Ähnlichkeiten zu den Einstellungen und Verhaltensweisen der Hochbegabten erkennbar waren, wie etwa die Förderung durch bestimmte Organisationen, die ihre Aufnahme von einem IQ-Test abhängig machen oder etwa wenn jemand mit  „summa cum laude“ seinen Doktor in Physik gemacht hat oder diese Frau, die acht Sprachen spricht.